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NCCN Guidelines for Patients

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Nierenkrebs, Version 1.2015

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Übersicht der Krebsbehandlungen

Chirurgie

ausschließlich von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt

werden, der diese Art von Operation oft praktiziert.

Vor der Operation werden Sie gebeten, für eine kurze

Zeit nichts mehr zu essen und zu trinken und bestimmte

Medikamente einzunehmen. Wenn Sie rauchen, sollten

Sie unbedingt damit aufhören. Diese Operation findet unter

Vollnarkose statt. Dazu werden Sie mit geeigneten Substanzen

für eine steuerbare Zeit in einen Schlafzustand versetzt.

Eine radikale Nephrektomie kann auf unterschiedliche

Weise durchgeführt werden. Die in Frage kommenden

Operationstechniken werden auf Seite 33 beschrieben.

Risiken und Begleiterscheinungen einer

radikalen Nephrektomie

Alle chirurgischen Eingriffe sind mit Gesundheitsrisiken und

Nebenwirkungen bzw. Begleiterscheinungen verbunden.

Eine mögliche Begleiterscheinung ist ein von der Behandlung

verursachter ungesunder oder unerfreulicher Zustand.

Die möglichen Begleiterscheinungen einer radikalen

Nephrektomie umfassen Infektionen, Blutungen, Schmerzen

an den Schnitten und eine eingeschränkte Nierenfunktion.

Durch die Entfernung der gesamten Niere steigt mit

dieser Operation auch das Risiko für eine chronische

Nierenerkrankung. Eine chronische Nierenerkrankung liegt

dann vor, wenn sich die Nierenfunktion über einen langen

Zeitraum stetig verschlechtert.

Zytoreduktive Nephrektomie

Bei einer zytoreduktiven Nephrektomie wird die

gesamte Niere mit dem Primärtumor entfernt, wenn eine

metastasierende Erkrankung vorliegt. Metastasierend

bedeutet, dass der Krebs entfernte Teile des Körpers

befallen und weitere Tumore gebildet hat. Neue Tumore, die

in einiger Entfernung vom Primärtumor entstehen, werden

Metastasen genannt. Wenn viele Metastasen vorliegen ist

es nicht möglich, alle Krebsgeschwüre aus Ihrem Körper zu

entfernen. Aber auch die Entfernung einiger Krebsgeschwüre

kann in bestimmten Fällen bereits helfen.

Mit einer zytoreduktiven Operation wird bezweckt, die

Krebsmenge in Ihrem Körper zu reduzieren. Dieser

Eingriff kann bei Patienten mit zahlreichen Metastasen

infrage kommen, wenn eine vollständige Entfernung des

Primärtumors möglich ist. Bei einigen Patienten kann

vor der medikamentösen Behandlung eine zytoreduktive

Nephrektomie sinnvoll sein. Durch die Entfernung des

Primärtumors kann die Wirkung anderer Behandlungen

der verbleibenden Krebsgeschwüre und Metastasen

verbessert werden.

Metastasektomie

Bei einer Metastasektomie werden Metastasen entfernt, die

sich in einiger Entfernung zum ersten Tumor gebildet haben.

Diese Operation kommt infrage, wenn der Primärtumor

vollständig entfernt werden kann und nur eine Metastase

vorliegt. Aber nicht alle Metastasen können chirurgisch

entfernt werden. Entscheidend ist die Lage der Metastase.

Dieser Eingriff funktioniert am besten bei Metastasen im

Gehirn, in den Knochen oder in der Lunge.

Eine Metastasektomie kann parallel zur operativen

Entfernung des Primärtumors durchgeführt werden.

Oder sie kann bei einem separaten Eingriff erfolgen. Die

Dauer des chirurgischen Eingriffs und der anschließenden

Erholungsphase hängen von vielen Faktoren ab. Zu diesen

Faktoren zählen die Größe und die Lage der Metastase.