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NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

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Übersicht der Krebsbehandlungen

Aktive Überwachung | Thermische Ablation

Aktive Überwachung

Die aktive Überwachung besteht aus regelmäßigen, auf

die Beobachtung des Tumor-Wachtums konzentrierten

Untersuchungen, um die Behandlung bei Bedarf nicht sofort,

sondern zu einem späteren Zeitpunkt einzuleiten. Diese

Vorgehensweise kann bei Patienten mit einem sehr kleinen

Tumor (von 3 cm Durchmesser oder kleiner) gewählt werden,

der sich nur in der Niere befindet.

Die aktive Überwachung kann bei älteren Patienten oder

Patienten mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen eine

Option sein. Der Gesundheitszustand dieser Patienten lässt

oft keine Operation oder andere Krebsbehandlung zu. Der

Krebs ist zudem möglicherweise nicht die stärkste Bedrohung

ihrer Gesundheit.

Alle Krebsbehandlungen sind mit gewissen

Gesundheitsrisiken und Begleiterscheinungen verbunden.

Ältere Patienten mit weiteren Gesundheitsproblemen

laufen größere Gefahr, mit schweren Nebenwirkungen und

Komplikationen konfrontiert zu werden. Für diese Patienten

sind die potenziellen Risiken der Behandlung gefährlicher als

die Krebserkrankung selbst.

Für die aktive Überwachung stellt Ihr Arzt einen auf Sie

zugeschnittenen Untersuchungsplan zusammen. Dazu

gehören medizinische Bildaufnahmen, zum Beispiel

Computertomographien (CT), Magnetresonanztomographien

(MRT) und Ultraschall, die im Abstand von einigen

Monaten durchgeführt werden. Wie oft diese und andere

Untersuchungen stattfinden, richtet sich nach bestimmten

Faktoren, die bei jedem Patienten anders sind. Zu diesen

Faktoren zählen Ihr Alter, Gesundheitszustand und

persönliche Wünsche sowie die Größe, das Aussehen und

die Wachstumsrate des Tumors.

Thermische Ablation

Bei der thermischen Ablation wird zur Zerstörung von

Krebszellen wahlweise sehr starke Hitze oder Kälte

eingesetzt. Kleine Tumore können auf diese Art und Weise

mit nur geringer Beeinträchtigung des umliegenden Gewebes

zerstört werden. Die thermische Ablation kann gewählt

werden, wenn ein chirurgischer Eingriff vermieden werden

sollte. Dies kann zum Beispiel bei älteren Patienten oder

Patienten mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen der

Fall sein. Die thermische Ablation ist bei kleinen Tumoren

(weniger als 4 cm) am erfolgreichsten.

Die „Ablation“ eines Nierentumors erfolgt hauptsächlich auf

zwei Arten. Bei der Kryoablation werden die Krebszellen

abgetötet, indem sie mit einem sehr kalten Gas, z. B. flüssiger

Stickstoff, gefroren werden. Bei der Radiofrequenzablation

wiederum werden die Krebszellen abgetötet, indem sie mit

Hochenergie-Radiowellen „gekocht“ werden.

Für beide Arten der thermischen Ablation wird eine „Sonde“

genannte Spezialnadel verwendet, die in den Tumor

eingeführt wird. Bei der Kryoablation entweicht aus der

Sonde das kalte Gas, das den Tumor einfriert und zerstört.

Bei der Radiofrequenzablation sendet die Sonde Radiowellen

aus, die den Tumor erhitzen und zerstören.

Die Sonde kann durch die Haut eingeführt und mithilfe von

CT-Aufnahmen, Ultraschall oder anderen bildgebenden

Verfahren an den geplanten Ort geführt werden. Die Sonde

kann auch im Rahmen einer laparoskopischen Chirurgie

zum Tumor geführt werden. Bildgebende Verfahren dienen

auch hier dazu, den Tumor während der Behandlung

zu beobachten und sicherzustellen, dass der gesamte

Tumor zerstört wurde. Die Sonde wird nach Abschluss der

Behandlung wieder entfernt.

Die thermische Ablation kann unter örtlicher Betäubung

oder Vollnarkose erfolgen. Gegebenenfalls wird Ihnen

auch ein Beruhigungsmittel verabreicht. Zu den möglichen

Begleiterscheinungen einer thermischen Ablation zählen

Blutungen und Schädigungen der Niere oder des

umliegenden Gewebes.