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36

NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

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Übersicht der Krebsbehandlungen

Gezielte Therapie

Sorafenib, Sunitinib, Pazopanib und Axitinib

Sorafenib, Sunitinib, Pazopanib und Axitinib zählen zu

den TKI (

T

yrosin

K

inase-

I

nhibitor bzw. Tyrosinkinase-

Hemmer) genannten Arzneimitteln zur gezielten Therapie.

Tyrosinkinasen sind Zellproteine, die an vielen Funktionen

beteiligt sind. Dazu gehört auch das Senden von Signalen,

die das Wachstum, das Überleben und den Tod von Zellen

steuern.

TKI binden sich in den Zellen an Tyrosinkinasen und

blockieren Signale, die die Krebszellen anregen, zu wachsen

und sich zu teilen. Es gibt viele verschiedene Tyrosinkinase-

Arten. Einige Tyrosinkinasen senden Signale, die der

Krebszelle den Befehl geben, zu wachsen und sich zur

Bildung neuer Zellen zu teilen. Einige Tyrosinkinasen senden

Signale, die neue entstehende Blutgefäßen anregen, in den

Tumor zu wachsen.

Jeder TKI funktioniert etwas anders. Einige TKI können

mehr als eine Art von Tyrosinkinase blockieren. Sie werden

Multi-Kinase-Hemmer genannt. Sorafenib, Sunitinib, Axitinib

und Pazopanib sind Multi-Kinase-Hemmer. Bei Nierenkrebs

sollen diese Arzneimittel vor allem die Signale blockieren, die

die Bildung von Blutgefäßen anregen. Durch das Blockieren

dieser Signale können das Wachstum und die Ausbreitung

des Krebses verlangsamt oder aufgehalten werden. Es kann

auch bewirken, dass der Tumor kleiner wird.

Axitinib blockiert gezielt die Signale, die neue Blutgefäße

anregen, in den Tumor zu wachsen. Durch die Blockierung

dieser Signale bewirkt Axitinib ein „Aushungern“ des Tumors.

Dadurch kann das Tumorwachstum verlangsamt werden

oder der Tumor schrumpfen.

Alle vier TKI liegen in Tablettenform vor und werden

geschluckt. Sorafenib und Axitinib werden zweimal täglich

genommen. Sunitinib und Pazopanib werden einmal täglich

genommen.

Jedes dieser Arzneimittel kann Nebenwirkungen haben.

Einige Nebenwirkungen werden nur von einem oder wenigen

TKI verursacht. Andere Nebenwirkungen werden von allen

vier TKI verursacht, die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens

ist jedoch unterschiedlich. Zu den häufigen Nebenwirkungen

von TKI, die bei Nierenkrebs verwendet werden, zählen:

Hautausschläge, Hand-Fuß-Syndrom, ausdünnendes Haar,

Müdigkeit oder Schwäche, anormale Blutungen, Änderungen

von Haut- oder Haarfarbe, Bluthochdruck, Durchfall,

Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen,

wunder Mund, Änderungen des Geschmackssinns,

ausbleibendes Hungergefühl, Gewichtsabnahme, Husten,

Kurzatmigkeit, Veränderungen oder Rauheit der Stimme,

anormale Leberfunktionswerte und Schwellungen an Armen

oder Beinen.

Everolimus und Temsirolimus

Everolimus und Temsirolimus gehören zu den mTOR-

Hemmern genannten gezielten Therapien. mTOR ist ein

Zellprotein, das wichtig ist für das Wachstum und das

Überleben der Zelle. mTOR bewegt Phosphate genannte

Stoffe von einem Molekül zum anderen. Das Phosphat

„schaltet“ das zweite Molekül ein. Durch die Übertragung der

Phosphate sendet mTOR Signale, die der Zelle mitteilen, sie

soll wachsen und sich teilen.

Everolimus und Temsirolimus hindern mTOR daran, das

Phosphat zu übertragen. Dadurch erhält die Zelle keine

weiteren Befehle, zu wachsen und sich zu teilen. Durch die

Blockierung der Wirkung von mTOR verlangsamen diese

Arzneimittel das Tumorwachstum.

Everolimus liegt in Tablettenform vor und wird geschluckt.

Die Einnahme erfolgt einmal pro Tag. Zu den häufigsten

Nebenwirkungen dieses Therapeutikums zählen

Schwäche oder Müdigkeit, Husten, Durchfall, wunder

Mund, Übelkeit, ausbleibendes Hungergefühl, höheres

Infektionsrisiko, Hautausschläge und Schwellungen

durch Flüssigkeitsansammlungen. Eine seltenere, aber

schwerwiegende Nebenwirkung ist eine Schädigung der

Lunge, die Kurzatmigkeit oder andere Probleme zur Folge

haben kann.

Temsirolimus wird einmal wöchentlich per Infusion

verabreicht. Die Infusion dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten.

Einige Personen reagieren allergisch auf die Infusion.

Zu den Symptomen einer allergischen Reaktion gehören

Rötungen, Schmerzen im Brustkorb und Atembeschwerden.

Vor der Infusion wird Ihnen vermutlich ein Medikament

gegeben, welches das Risiko einer allergischen Reaktion

senkt. Weitere Begleiterscheinungen dieses Arzneimittels

sind Übelkeit, ausbleibendes Hungergefühl, wunder

Mund, Schwäche oder Müdigkeit, Hautausschläge und

Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlungen.