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37

NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

4

Übersicht der Krebsbehandlungen

Immuntherapie

Erlotinib

Erlotinib ist eine gezielte Therapie, die zu den EGFR-

Hemmern (

E

pidermal

G

rowth

F

actor

R

eceptor, Rezeptor des

epidermalen Wachstumsfaktors) zählt. Der EGF-Rezeptor

ist ein Protein auf der Zelloberfläche, das am Zellwachstum

beteiligt ist. Er kommt sowohl in Krebszellen als auch in

normalen Zellen vor. Moleküle, die sich außerhalb der Zelle

befinden, können sich an den EGF-Rezeptor binden. Wenn

das geschieht, sendet der EGF-Rezeptor Wachstumssignale

in die Zelle.

Erlotinib blockiert die Signale der EGF-Rezeptoren, die das

Zellwachstum anregen. Dadurch wird die Bildung neuer

Krebszellen verlangsamt oder angehalten. Erlotinib liegt

in Tablettenform vor und wird geschluckt. Zu den häufigen

Nebenwirkungen dieses Arzneimittels zählen Hautausschlag,

Durchfall, Übelkeit, Müdigkeit und ein ausbleibendes

Hungergefühl.

„Es ist sehr wichtig, dass der Patient und/

oder die pflegenden Personen das Ärzteteam

über eintretende Begleiterscheinungen und

deren Schwere informieren. Es kann sinnvoll

sein, diese Informationen in einem Tagebuch

zu notieren und es bei der ärztlichen Visite zur

Hand zu haben; und es ist ebenfalls sinnvoll,

während der Visite Notizen zu machen, auf die

man sich später beziehen kann.“

- Patientensprecher

Kidney Cancer Association

Immuntherapie

Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr von

Infektionen und Krankheiten. Zum Immunsystem gehören

zahlreiche Stoffe und Proteine. Diese Stoffe und Proteine

werden vom Körper von Natur aus gebildet.

Die Immuntherapie ist eine Behandlung, die die Aktivität

des Immunsystems steigert. Dadurch wird die Fähigkeit

des Körpers verbessert, Krebszellen aufzuspüren und zu

zerstören. Die Immuntherapie kommt zum Einsatz, wenn

der Nierenkrebs andere Teile des Körpers befallen hat. Die

immuntherapeutischen Arzneimittel, die bei fortgeschrittenem

Nierenkrebs zum Einsatz kommen, sind Interferon Alfa und

IL-2 (

I

nter

l

eukin-

2

).

Interferon Alfa und IL-2 sind Zytokine genannte Proteine, die

die Immunzellen anregen. Zytokine stellt der Körper als Teil

des Immunsystems selbst her. Diese Proteine können aber

zur Krebsbehandlung auch im Labor hergestellt werden. Die

Behandlung mit Interferon Alfa und IL-2 wird darum auch als

Zytokintherapie bezeichnet.

Bei Nierenkrebs wird IL-2 in sehr hoher Dosierung

verwendet. Dadurch können schwere, zum Teil

lebensbedrohliche Nebenwirkungen entstehen. Zu den

häufigsten Nebenwirkungen von IL-2 zählen niedriger

Blutdruck, anormale Nieren- und Leberfunktionswerte,

Verwirrung, Kurzatmigkeit, Frösteln, Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, Hautausschlag, Müdigkeit oder Schwäche und

geringe Urinproduktion. Zu den seltenen aber schweren

Nebenwirkungen zählen Atemprobleme, niedriger Blutdruck,

Nierenschäden, Herzrasen, Koma, Blutungen und

Infektionen.

Aufgrund dieser sehr ernsten Risiken wird IL-2 nur Patienten

gegeben, die gesund genug sind, mit den Nebenwirkungen

zurecht zu kommen. Diese Option ist nur in Betracht zu

ziehen, wenn Ihr allgemeiner Gesundheitszustand gut

ist. Auch Ihre Nieren und anderen Organe müssen gut

funktionieren. Hochdosiertes IL-2 darf nur in Zentren

verabreicht werden, die Erfahrung mit dieser Behandlung

haben und sie beherrschen. IL-2 wird als Infusion

verabreicht, die ungefähr 15 Minuten dauert. Während der

Behandlung müssen Sie höchstwahrscheinlich einige Tage

im Krankenhaus bleiben.