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NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

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Übersicht der Krebsbehandlungen

Unterstützende Behandlung

Interferon Alfa wird zur Behandlung von Nierenkrebs

nicht alleine verwendet. Es wird immer zusammen mit

Bevacizumab, einem Arzneimittel zur gezielten Therapie,

gegeben (Beschreibung Seite 35). Interferon Alfa ist eine

Flüssigkeit, die mit einer Nadel unter die Haut gespritzt wird.

Die Verabreichung erfolgt oft dreimal wöchentlich.

Auch Interferon Alfa hat Nebenwirkungen, die aber nicht so

schwerwiegend sind, wie bei IL-2. Zu den Nebenwirkungen

von Interferon Alfa gehören oft grippeähnliche Symptome wie

Fieber, Frösteln, Müdigkeit oder Schwäche, Kopfschmerzen

und Körperschmerzen. Zu den weiteren häufigen

Nebenwirkungen zählen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,

ausbleibendes Hungergefühl und Depression.

Unterstützende Behandlung

Eine unterstützende Behandlung dient dazu, die Symptome

der Krebserkrankung und die Begleiterscheinungen der

Krebsbehandlung zu lindern. Der Krebs an sich wird nicht

behandelt. Das Ziel der unterstützenden Behandlung ist die

Verbesserung der Lebensqualität, indem Unannehmlichkeiten,

unter denen Sie zu leiden haben, gelindert werden.

Die unterstützende Behandlung kann in jedem Krebsstadium

eingeleitet werden, ist aber bei Krebs in fortgeschrittenem

Stadium die Hauptbehandlung. Wenn bei fortgeschrittenen

Krebserkrankungen eine unterstützende Behandlung

eingeleitet wird, spricht man von Palliativpflege.

Mit der unterstützenden Behandlung können viele

Bedürfnisse abgedeckt werden. Dazu zählen die Behandlung

von körperlichen und psychischen Symptomen, die

Unterstützung von Behandlungsentscheidungen und die

Koordination der einzelnen Pflegeleistenden. Sprechen Sie

mit Ihrem behandelnden Team über die für Sie am besten

geeignete unterstützende Behandlung. Einige Optionen

für die unterstützende Behandlung von Patienten mit

Nierenkrebs werden nachstehend beschrieben.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen

dazu eingesetzt, Krebszellen zu töten. Die Strahlentherapie

ist keine Standard- oder Primärbehandlung von Nierenkrebs.

Stattdessen kann sie zur Linderung der Symptome

eingesetzt werden, die auf Nierenkrebs zurückzuführen sind,

der entfernte Stellen des Körpers befallen bzw. Metastasen

gebildet hat.

Die Strahlentherapie erfolgt oft unter Einsatz einer Maschine

von außerhalb des Körpers. Diese Methode wird externe

Strahlentherapie genannt. Die externe Strahlentherapie

kann dazu eingesetzt werden, die von Metastasen in

den Knochen bzw. Krebs, der die Knochen befallen hat,

verursachten Schmerzen zu lindern. Sie kann auch für

Metastasen im Gehirn bzw. Krebs, der das Gehirn befallen

hat, verwendet werden.

Die stereotaktische Radiochirurgie ist eine Art von externer

Strahlentherapie, die für kleine oder einzelne Metastasen

im Gehirn in Frage kommt. Mit der stereotaktischen

Radiochirurgie erhält eine spezifische kleine Stelle des

Körpers eine hohe Strahlendosis. Eine Bestrahlung des

gesamten Gehirns kann beschlossen werden, wenn das

Gehirn von mehreren Metastasen befallen ist.

Arzneimittel zur Wahrung von gesunden

Knochen

Wenn der Krebs entfernte Stellen befällt, kann er sich

auf Ihre Knochen ausbreiten. Wenn der Nierenkrebs

die Knochen erreicht, besteht ein erhöhtes Risiko für

Verletzungen und Erkrankungen der Knochen. Dazu zählen

Knochenbrüche (Frakturen), Knochenschmerzen und eine

Quetschung (Kompression) des Rückenmarks. Es können

ebenfalls hohe Calcium-Werte im Blut eintreten, die als

Hyperkalzämie bezeichnet werden.

Arzneimittel wie Zoledronsäure (Zometa) und Denosumab

(Xgeva) können zur Behandlung von Knochenproblemen

herangezogen werden. Diese Arzneimittel können

Knochenschmerzen lindern und die Risiken weiterer

Knochenprobleme reduzieren. Sie wirken dem

Knochenabbau entgegen oder halten ihn ganz an.

Sie tragen auch dazu bei, die Knochendicke zu steigern.

Diese Arzneimittel können aber den Kieferknochen durch

eine sogenannte Osteonekrose schädigen. Denken Sie

daran, Ihren Arzt auf dieses Risiko und andere mögliche

Nebenwirkungen anzusprechen. Es ist außerdem ist

empfehlenswert, diese Medikamente zusammen mit

Calcium und Vitamin D einzunehmen.