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49

NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

Untersuchungen, die zur Diagnose und Stadienbestimmung

verwendet wurden, werden während der Nachsorge wiederholt.

(Mehr über die einzelnen Untersuchungen ist in Abschnitt 2 auf

Seite 14 und in Abschnitt 3 auf Seite 24 zu erfahren.)

Es gibt keinen Nachsorgeplan, der für alle Patienten global

angewendet werden kann. Ihr Arzt wird Ihren Nachsorgeplan

nach mehreren Faktoren ausrichten, die für Sie selbst und den

Tumor spezifisch sind. Zu den Schlüsselfaktoren zählen die

Art der erhaltenen Behandlung, die Größe und Ausdehnung

des Tumors und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand.

Bei Ihnen sind möglicherweise häufiger oder seltener

Untersuchungen nötig, als bei einem anderen Patienten.

Die Abstände und die zeitliche Ausdehnung der Nachsorge

müssen nach der Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs und

nach Ihren spezifischen Faktoren gerichtet werden. Je nach

Einschätzung des Arztes kann die Nachsorge über den

Zeitraum von fünf Jahren hinaus weitergeführt werden.

Nachsorge

Regelmäßige Überprüfungen der medizinischen

Vorgeschichte, körperliche Untersuchungen und

Blutuntersuchungen geben Ihrem Arzt Aufschluss über Ihren

Gesundheitszustand. Untersuchungen der Blutbestandteile

werden außerdem zeigen, ob Ihre Organe – zum Beispiel

Leber und Nieren – gut funktionieren. Anormale Ergebnisse

können darauf hinweisen, dass der Krebs zurückgekehrt ist

oder sich auf andere Teile Ihres Körpers ausgebreitet hat.

Mit medizinischen Bildaufnahmen des Abdomens wird

nach Anzeichen für ein Lokalrezidivs gesucht. Ein

Lokalrezidiv bedeutet, dass der Krebs an der gleichen

Stelle oder unweit des Primärtumors zurückgekehrt ist.

Eine Baseline-Bildgebung Ihres Abdomens sollte innerhalb

von 3 bis 12 Monaten nach der partiellen oder radikalen

Nephrektomie erfolgen. Eine Baseline-Untersuchung dient

als Vergleichswert für zukünftige Untersuchungen.

Wenn bei der Baseline keine Anzeichen für Krebs gefunden

wurden, können die Nachsorgeuntersuchungen in größerem

Abstand erfolgen. Nach einer partiellen Nephrektomie

werden die Untersuchungen in der Regel über den

Zeitraum von 3 Jahren einmal jährlich durchgeführt. Das

Rezidivrisiko ist ausschlaggebend dafür, wie oft und

über welchen Zeitraum die Nachsorgeuntersuchungen

fortgeführt werden. Bei größeren Tumoren besteht ein etwas

höheres Risiko für ein Rezidiv als bei kleineren Tumoren.

Darum kann eine häufigere Nachsorge nötig sein. Nach

einer radikalen Nephrektomie entscheidet Ihr Arzt, wie oft

Nachsorgeuntersuchungen stattfinden werden.

Bildgebende Untersuchungen Ihres Abdomens sollten nach

einer thermischen Ablation häufiger und über einen längeren

Zeitraum durchgeführt werden, als nach einer Operation.

Das liegt daran, dass nach einer thermischen Ablation

ein etwas höheres Risiko für ein Lokalrezidiv besteht als

nach einer Operation. Die anfänglichen bildgebenden

Untersuchungen sollten mit und ohne Kontrastmittel erfolgen,

um deutlichere Bilder zu erhalten. Wenn den Aufnahmen

Anzeichen für ein Wachsen, Ausbreiten oder Wiederauftreten

des Tumors zeigen, wird eine Biopsie empfohlen.

Eine Röntgenuntersuchung oder eine CT des Brustkorbs

zeigt, ob der Krebs Ihre Lungen befallen hat. Bildgebende

Untersuchungen des Brustkorbs sind wichtig, weil die Lungen

am häufigsten von einem distanten Rezidiv betroffen sind.

Bildgebende Untersuchungen Ihres Brustkorbs sollten in

den ersten Jahren nach der Behandlung einmal jährlich

stattfinden. Anschließend können sie dazu eingesetzt werden,

Anzeichen oder Symptome für Krebsgeschwüre in der Lunge

aufzuspüren.

Medizinische Bildaufnahmen des Beckenbereichs, des

Kopfs, der Wirbelsäule und der Knochen werden nicht als

Standard-Nachsorge für alle Patienten empfohlen. Diese

Untersuchungen können bei Bedarf durchgeführt werden,

wenn Anzeichen oder Symptome für eine Ausbreitung des

Krebses festgestellt werden. Eine CT oder eine MRT des Kopfs

kann nötig sein, wenn überprüft werden soll, ob der Krebs Ihr

Gehirn erreicht hat. Zu den Symptomen von Krebsgeschwüren

im Gehirn zählen chronische Kopfschmerzen, Krampfanfälle,

Gleichgewichtsverlust, Schwächung einer Körperseite.

Bei Schmerzen oder hohen ALP-Werten im Blut wird

möglicherweise eine Knochenszintigrafiedurchgeführt, um

einen Krebsbefall der Knochen zu überprüfen. (Einzelheiten

zu den Untersuchungen finden Sie auf Seite 25).

Die nächsten Schritte:

Beziehen Sie sich auf die empfohlenen

Behandlungen in Diagramm 5.3.2

auf Seite 54, wenn sich bei der

Nachsorge zeigt, dass ein Rezidiv des

Nierenkrebses stattgefunden hat.

5 

Behandlungsleitlinie

Nierenkrebs Stadium I