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51

NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

5 

Behandlungsleitlinie

Nierenkrebs Stadium II und III

Nachsorge

Nach der Primärbehandlung von Stadium I Nierenkrebs beginnt

die Nachsorge. Nach dem Eingriff wird Ihr Gesundheitszustand

mithilfe von Nachsorgeuntersuchungen überwacht. Bei der

Nachsorge suchen Ärzte nach Anzeichen für eine Rückkehr

oder Ausbreitung (Metastasenbildung) der Krebserkrankung

nach abgeschlossener Behandlung. Die Rückkehr der

Krebserkrankung nach der Behandlung wird Rezidiv oder

Wiederauftreten genannt. Bei den Nachsorgeuntersuchungen

wird außerdem überprüft, ob Ihre verbleibende Niere und

anderen Organe gut funktionieren. Viele der Untersuchungen,

die zur Diagnose und Stadienbestimmung eingesetzt wurden,

werden während der Nachsorge wiederholt. (Mehr über die

einzelnen Untersuchungen ist in Teil 2 auf Seite 14 und in Teil 3

auf Seite 24 zu erfahren.)

Es gibt keinen Nachsorgeplan, der für alle Patienten

global angewendet werden kann. Ihr Arzt wird Ihren

Nachsorgeplan nach mehreren Faktoren ausrichten, die

für Sie selbst und den Tumor spezifisch sind. Zu den

Schlüsselfaktoren zählen die Art der erhaltenen Behandlung,

die Größe und Ausdehnung des Tumors und Ihr allgemeiner

Gesundheitszustand. Bei Ihnen sind möglicherweise häufiger

oder seltener Untersuchungen nötig, als bei einem anderen

Patienten. Die Abstände und die zeitliche Ausdehnung der

Nachsorge müssen nach dem Risiko eines Rezidivs und

nach Ihren individuellen Faktoren gerichtet werden. Je nach

Einschätzung des Arztes kann die Nachsorge über den

Zeitraum von 5 Jahren hinaus weitergeführt werden.

Regelmäßige Überprüfungen der medizinische

Vorgeschichte, körperliche Untersuchungen und

Blutuntersuchungen geben Ihrem Arzt Aufschluss über Ihren

Gesundheitszustand. Untersuchungen der Blutbestandteile

werden zeigen, ob Ihre Organe – zum Beispiel Leber

und Nieren – gut funktionieren. Die Überwachung der

Gesundheit Ihrer verbleibenden Niere ist besonders

wichtig. Eine schlechte Nierenfunktion kann die Risiken

für andere Gesundheitsprobleme erhöhen. Blutwert, die

von den Referenzwerten abweichen, können auf eine

Organschädigung hinweisen. Anormale Ergebnisse können

ebenfalls darauf hinweisen, dass der Krebs zurückgekehrt ist

oder sich auf andere Teile Ihres Körpers ausgebreitet hat.

Mit medizinischen Bildaufnahmen Ihres Abdomens wird nach

Anzeichen für ein Lokalrezidivs gesucht. Ein Lokalrezidiv

bedeutet, dass der Krebs an der gleichen Stelle oder

unweit des Primärtumors zurückgekehrt ist. 3 bis 6 Monate

nach der Operation sollte eine Baseline-CT oder MRT

Ihres Abdomens erfolgen. Eine Baseline-Untersuchung

dient als Vergleichswert für zukünftige Untersuchungen.

Bildgebende Untersuchungen Ihres Abdomens sollten für

den Zeitraum von 5 Jahren regelmäßig stattfinden. Nach

Ablauf von 5 Jahren können weitere Untersuchungen

durchgeführt werden, wenn ein Bedarf festgestellt wird. Mit

bildgebenden Untersuchungen können außerdem Symptome

in bestimmten Teilen Ihres Abdomens überprüft werden. Dies

wird als ortsspezifische Bildgebung bezeichnet.

Bildgebende Untersuchungen Ihres Brustkorbs sind wichtig,

weil die Lungen am häufigsten von einem distanten Rezidiv

betroffen sind. Eine Röntgenuntersuchung oder eine CT

Ihres Brustkorbs zeigt, ob der Krebs Ihre Lungen befallen

hat. Es wird empfohlen, 3 bis 6 Monate nach der Operation

eine Baseline-CT Ihres Brustkorbs durchzuführen. Nach

der Baseline-Untersuchung sollte in den darauffolgenden

Jahren ausreichend häufig eine Röntgenuntersuchung oder

MRT stattfinden. Nach Ablauf von 5 Jahren können weitere

bildgebende Untersuchungen stattfinden, deren Häufigkeit

auf Grundlage Ihres spezifischen Rezidiv-Risikos und anderer

individueller Faktoren beschlossen wird. Zwei Faktoren, die

das Risiko eines Rezidivs maßgeblich beeinflussen, sind das

Krebsstadium und die Größe des Tumors.

Bildgebende Untersuchungen des Beckenbereichs, des

Kopfs, der Wirbelsäule und der Knochen werden nicht als

Standard-Nachsorge für alle Patienten empfohlen. Diese

Untersuchungen können bei Bedarf durchgeführt werden,

wenn Anzeichen oder Symptome für eine Ausbreitung

des Krebses festgestellt werden. Eine CT oder eine MRT

Ihres Kopfs kann nötig sein, wenn überprüft werden soll,

ob der Krebs Ihr Gehirn erreicht hat. Zu den Symptomen

von Krebsgeschwüren im Gehirn zählen chronische

Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Gleichgewichtsverlust,

Schwächung einer Körperseite. Bei Schmerzen oder

hohen ALP-Werten im Blut wird möglicherweise eine

Knochenszintigrafie durchgeführt, um einen Krebsbefall

der Knochen zu überprüfen. (Einzelheiten zu den

Untersuchungen finden Sie auf Seite 25).

Die nächsten Schritte:

Beziehen Sie sich auf die empfohlenen

Behandlungen in Diagramm 5.3.2 auf

Seite 54, wenn sich bei der Nachsorge

zeigt, dass der Krebs nach der

Behandlung zurückgekehrt ist.