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NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

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Behandlungsleitlinie

Nierenkrebs Stadium IV und Rezidiv

Bei klarzelligem NZK

bestehen außerhalb der klinischen

Studien verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. In den

meisten Fällen handelt es sich um eine gezielte Therapie.

Sunitinib, Pazopanib, Axitinib und Sorafenib zählen zu

den TKI genannten gezielten Therapien. Sie blockieren

Signale in Zellen, die das Wachstum des Nierenkrebses

und die Bildung von mehr Krebszellen anregen. Jeder TKI

funktioniert ein wenig anders und kann mit Nebenwirkungen

verbunden sein. Jedes Medikament kann aus anderen

Gründen die richtige Wahl sein. Um die für Sie optimale

Behandlung zu bestimmen, müssen alle Risiken und Vorteile

betrachtet werden.

Temsirolimus ist eine mTOR-Hemmer genannte gezielte

Therapie. Sie kann eine gute Wahl für bestimmte Patienten

sein, zum Beispiel solche, die drei oder mehr schlechte

Risiko-Faktoren aufweisen. Etwas gilt dann als schlechter

Risiko-Faktor, wenn es das Risiko steigert, dass der Krebs

aggressiv sein und schnell wachsen wird. Zu den schlechten

Risiko-Faktoren zählen Schwierigkeiten bei der Ausführung

von Alltagstätigkeiten, Metastasen in zwei oder mehr

Organen, zu hohe Calcium-Werte im Blut und die Einleitung

einer medikamentösen Behandlung weniger als ein Jahr

nach der Diagnose.

Als weitere Option können Bevacizumab und Interferon Alfa

gegeben werden. Bevacizumab ist ein Angiogenese-Hemmer

genanntes gezieltes Arzneimittel. Interferon Alfa zählt zu den

Zytokin-Therapien (auch Immuntherapie genannt). Interferon

Alfa wirkt besser gegen Nierenkrebs, wenn es zusammen mit

Bevacizumab verabreicht wird. Aber jedes Arzneimittel hat

Nebenwirkungen und diese können noch stärker sein, wenn

beide Medikamente genommen werden.

Hochdosiertes IL-2 ist eine weitere Art der Zytokin-Therapie,

die für einige Patienten in Frage kommt. Da hochdosiertes

IL-2 aber auch das Risiko schwerer Nebenwirkungen birgt,

ist es nicht für jeden geeignet. Es ist nur zu empfehlen,

wenn Sie insgesamt gesund sind, Ihre Organe gut

funktionieren und Sie in der Lage sind, normalen Tätigkeiten

nachzugehen.

Auch bei

nicht-klarzelligem NZK

bestehen

verschiedene Behandlungsoptionen. Viele dieser Optionen

sind die gleichen, die auch beim klarzelligen NZK empfohlen

werden. Sie umfassen Temsirolimus, alle vier TKI,

Bevacizumab, aber kein Interferon Alfa.

Everolimus und Erlotinib sind zwei weitere Möglichkeiten,

die nur Patienten mit nicht-klarzelligem NZK empfohlen

werden. Beide Medikamente zählen zu den gezielten

Therapien – Everolimus ist ein mTOR-Hemmer, Erlotinib

ist ein EGFR-Hemmer. Diese Arzneimittel blockieren die

Signale, die Krebszellen Wachstumsbefehlen erteilen,

auf leicht unterschiedliche Art und Weise.

Unterstützende Behandlung

Eine unterstützende Behandlung wird als Begleitung

der Primärbehandlung empfohlen. Eine unterstützende

Behandlung dient dazu, die Symptome der Krebserkrankung

und die Begleiterscheinungen der Behandlung zu lindern.

Mit ihr soll eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht

werden, indem Unannehmlichkeiten, unter denen Sie zu

leiden haben, gelindert werden.

Zur unterstützenden Behandlung gehören die

Strahlentherapie, chirurgische Eingriffe, Arzneimittel uder

andere Behandlungen. Die Strahlentherapie kann auch

dazu eingesetzt werden, Schmerzen zu lindern, die durch

die Streuung der Krebserkrankung in die Knochen oder das

Gehirn entstehen. Knochenstärkende Medikamente können

bei Schmerzen und anderen Problemen, die von Knochen-

Metastasen verursacht werden, ebenfalls Erleichterung bieten.

Durch die operative Entfernung des Primärtumors können

Schmerzen oder Symptome wie Blut im Urin gelindert

werden. Auch Operationen zur Entfernung von Metastasen

können bestimmte Symptome erträglicher machen.

(Einzelheiten zur unterstützenden Behandlung finden Sie

auf Seite 38).

Die nächsten Schritte:

In Diagramm 5.3.3 auf Seite 56 sind

die Nachsorgeuntersuchungen zur

Überprüfung der Wirksamkeit der

Behandlung zusammengefasst.