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NCCN Guidelines for Patients

®

Nierenkrebs, Version 1.2015

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 Behandlungsentscheidungen treffen Ihre Rolle bei der Planung der Behandlung |

Eine zweite Meinung einholen

Ihre Rolle bei der Planung der

Behandlung

Jeder Patient hat in Bezug auf die Rolle, die er bei der

Planung seiner Behandlung spielt, andere Wünsche und

Vorstellungen. Ihre Ärzte und Ihr behandelndes Team

werden Ihnen die Informationen geben, die Sie benötigen,

um aufgeklärte Entscheidungen treffen zu können. Vielleicht

ist es Ihnen aber lieber, dass diese Entscheidungen von

anderen getroffen werden. Das kann daran liegen, dass Sie

aufgrund der Erkrankung unter starkem Stress leiden. Es

kann aber auch schmerzhaft sein, bestimmte Dinge hören

zu müssen. Stress, Schmerzen und Medikamente können

Ihre Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Begriffe,

die zur Beschreibung von Nierenkrebs, Untersuchungen

oder Behandlungen gebraucht werden, haben Sie vielleicht

noch nie zuvor gehört. Dadurch könnten Sie zu den Schluss

gelangen, dass Sie die Sachlage nicht besser beurteilen

können, als Ihre Ärzte.

Darum verlassen Sie sich bei den notwendigen

Entscheidungen vielleicht alleine auf das Urteilsvermögen

Ihrer Ärzte. Sie können aber auch nahestehende Personen

einbeziehen. Diese können Informationen sammeln, in Ihrem

Namen sprechen und sich an den Entscheidungsprozessen

Ihrer Ärzte beteiligen. Aber selbst wenn andere entscheiden,

welche Behandlung Sie bekommen, müssen Sie durch die

Unterzeichnung einer Einverständniserklärung einwilligen.

Sie können aber auch beschließen, die Entscheidungen selbst

zu treffen oder sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

Bei einem gemeinsamen Entscheidungsprozess teilen Sie

und Ihre Ärzte alle Informationen, wiegen das Für und Wider

ab und einigen sich auf einen Behandlungsplan. Ihre Ärzte

beherrschen die Krebsbehandlung aus medizinischer Sicht.

Aber nur Sie selbst kennen Ihre Anliegen und Ziele. Durch die

Zusammenarbeit mit den Ärzten ist zu erwarten, dass Sie mit

Ihrem Pflege- und Behandlungsplan zufriedener sein werden.

Sie werden mit einiger Wahrscheinlichkeit die gewünschte

Behandlung am gewünschten Ort und von den gewünschten

Ärzten erhalten.

Eine zweite Meinung einholen

Die Zeit während der Krebs-Diagnose kann für Sie eine

starke Stressbelastung bedeuten. Menschen, die an Krebs

erkrankt sind, wollen die Behandlung oft so schnell wie

möglich beginnen. Sie wollen den Krebs loswerden, bevor er

sich ausbreiten kann. Eine Krebserkrankung kann zwar nicht

ignoriert werden, es ist aber wichtig, sich die Zeit zu nehmen,

den für sich persönlich besten Behandlungsplan zu wählen.

Vielleicht haben Sie auch den Wunsch, dass ein weiterer

Arzt Ihre Untersuchungsergebnisse und den von Ihrem Arzt

empfohlenen Behandlungsplan durchsieht. Das nennt man

eine zweite Meinung einholen. Vielleicht vertrauen Sie Ihrem

Arzt voll und ganz – es kann aber dennoch nicht schaden,

eine zweite Meinung über die für Sie geeignete Behandlung

zu hören.

Die Ärzte, die eine zweite Meinung geben sollen, müssen

eine Kopie aller Untersuchungsergebnisse erhalten. Einigen

Menschen ist es unangenehm, ihre Ärzte um Kopien der

Unterlagen zu bitten. Das Einholen einer zweiten Meinung ist

aber ein ganz normaler Teil der Krebsbehandlung.

Wenn Ärzte selbst an Krebs erkranken, sprechen sie in den

meisten Fällen mit mehreren anderen Ärzten, bevor sie sich

für eine Behandlung entscheiden. Manche Krankenkassen

schreiben das Einholen einer zweiten Meinung außerdem

vor. Wenn diese Kosten von Ihrer Kasse nicht getragen

werden, können Sie entscheiden, diese Beratung selbst zu

bezahlen. Die Wahl Ihrer Krebsbehandlung ist eine sehr

wichtige Entscheidung. Sie kann die Lebenserwartung und

die Lebensqualität massiv beeinflussen.